Blank, Matthias


 
 
 
 
 
 

Matthias Blank, Schriftsteller

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Meissen i.Sa., den 2. Aug. 1921.
  Burgstr. 16
Sehr geehrter Herr Konrektor!
    Zunächst meinen besten Dank für die Aufmerksamkeit, die Sie meiner bisherigen Arbeit schenkten; um nun gleich zur Erledigung Ihres Ansuchen überzugehen bestätige ich Ihnen zunächst, dass alle drei Pseudonyme Birkenau von mir herrühren, da ich in München in der Birkenau geboren wurde. Ich wollte meinen Namen für Arbeiten in derart kleinen Bibliotheken nicht angeben und gebrauchte daher verschiedene Decknamen. Es wäre mir daher lieb, wenn Sie vielleicht in dem Lexikon auch nur den Vermerk bringen würden: pseud. Theo V. Blankensee, M.B. Hohenofen, Birkenau, u.a. Dies würde ja wohl genügen.
Ein Teil der bei der Mitteldeutschen Verlagsanstalt erschienenen Arbeiten stammt ausserdem aus der Feder meiner Frau, die ebenfalls Schriftstellerin ist, und der natürlich dort gleichfalls unter dem Namen Blank geführt wird, so die Arbeiten von M.E. Burg, R. Walter.
    Eine Biographie von mir füge ich meinem Brief bei, ebenso einige Notizen über
meine Frau, die Sie ja wohl gleichfalls aufnehmen werden.
Nochmals mit bestem Dank für Ihre Aufmerksamkeit
    Ihr ergebenster
Matthias Blank
Bl 1v
  
Matthias Blank.
    Am 14. Juni 1881 in München geboren besuchte ich das dortige Luitpoldgymnasium, konnte aber infolge misslicher Familienverhältnisse und pekuniärer Unmöglichkeit nicht weiterstudieren, so dass ich mit neunzehn Jahren nach Frankfurt a.M. übersiedelte und dort gleich als Journalist tätig war. Mit 20 Jahren schrieb ich den ersten Kriminalroman auf Grund eines Zeitungsinserates und verkaufte diesen auch sofort an Moewig und Höffner, Dresden, nachdem eine andere Buchausgabe bei Pierson in Dresden (Am Hochzeitsmorgen.) vorausgegangen war; nach diesem ersten Roman folgten eine Anzahl anderer bei den verschiedensten Verlegern. Besondere Aufnahme aber fanden meine Romane in erster Linie in Tageszeitungen und Zeitschriften. Da mir die Kritik sehr bald das Vielschreiben zum Vorwurf machte – ich tat dies aber keineswegs zu meinem Vergnügen, sondern "der Not gehorchend, nicht dem eignen Triebe") – so verbarg ich mich rasch hinter verschiedenen Decknamen und fand auch so eine Anzahl sehr erfreulicher Besprechungen. Mit 22 Jahren heiratete ich und führte mehrere Jahre ein abwechslungsreiches Bohèmeleben, das mich die meisten der deutschen Grossstädte kennen lernen liess; ich lebte in Köln, Düsseldorf, Dresden, Berlin und München. Die erste Ehe, die mir das in keiner Weise brachte, was ich mir erhoffte, fand dann ihren Abschluss in einer Scheidung, nach der ich am Tage des Frühlingsanfanges 1918 meine zweite Frau heiratete, mit der ich meine letzten Arbeiten gemeinsam besprach und ausführte, die auch selbst als Schriftstellerin tätig ist und durch die ich nach sehr bunter Irrfahrt endlich Ruhe in dem idyllisch gelegenen Meissen zu Füssen der Albrechtsburg gefunden habe. Meine Freude ist vor allem das Fabulieren und Phantasieren, was ich noch möglichst lang zu tun gedenke.
Marie Blank-Eismann, geb. 31. März 1890 in Meissen. (Pseud. M.E. Burg, R. Walter.)
    Bisher erschienen: Der Brand auf Lindenhof. (Leipziger Graphische Werke, vormals Vogel & Vogel; Leipzig)
    ferner die in der Mitteldeutschen Verlagsanstalt mit M.E. Burg und R. Walter gezeichneten Arbeiten.
    1922 erscheint: Hel Kiyowaras Abenteuer. und Wer wirft den ersten Stein?
Bl 2v
 
 


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